Von der Steinzeit zur Antike
Die Geschichte der Kleidung beginnt mit dem Tierfell. Die prähistorischen Menschen hängten sich unbearbeitete Tierfelle um ihre Körper, um sich vor Umwelteinflüssen zu schützen. Es wird aber auch behauptet, dass diese Menschen dies taten, um sich selbst zu schmücken und anderen zu imponieren. Die Eitelkeit und nicht die Nützlichkeit stand also am Anfang der Kleidung - sie führt geradewegs zur Mode, wie wir sie in der spätkapitalistischen Kultur kennen.
Menschen können sich ihrer Umwelt anpassen, so dass Kleidung nur ein MIttel unter anderen ist, um sich zum Beispiel gegen Kälte zu schützen. Man kann den Körper auch so abhärten, dass er kaum der Kleidung bedarf. Die frühen Menschen waren auch noch sehr viel mehr behaart als heute. Man vermutet, dass die menschliche Haut im Lauf der Menschheitsgeschichte immer haarloser wurde, je mehr die Menschen sich bekleideten. Der Schutz, den die Kleidung gewährt, wurde immer nötiger, je mehr der Mensch seinen Körper an Kleidung gewöhnt hatte.
In der Altsteinzeit trugen Menschen einen Lendenschurz, Rock oder eine Art Hose aus Fell. Die ältesten Hochkulturen exisitierten in Mesopotamien: 3500 - 1600 v. Chr.. Die sumerischen Männer trugen Röcke aus einem Wollgewebe, die Frauen gwickelte Mäntel.
Die ursprünglichen Gewänder der Griechen waren für beide Geschlechter ähnlich. Es waren Stoffrechtecke, die ohne Zuschnitt um den Körper drapiert wurden. Die Frauen trugen bodenlang, die Männer knielang. Die Stoffe wurden durch Gürtel, Broschen oder Nadeln zusammengehalten. Ab dem 6. JHD v. Chr. wurde die griechische Kleidung luxuriöser. Der Chiton, den sowohl Männer wie Frauen trugen, wurde an einer Seite zusammengenäht. Die Gewänder wurden weiter und somit üppiger in Bezug auf die Falten. Die Stoffe für die Frauen waren zart und locker gewebt, die für die Männer fester.
Die Grundformen der Gewänder blieben jahrhundertelang dieselben, auch wenn der Luxus zunahm. Die Stoffe oder Details änderten sich teilweise, aber die Linie blieb.
Kopfbedeckungen waren nicht üblich. Frauen trugen die Haare meist hochgesteckt, Männer hatten kurze Haare. Im allgemeinen wurde es in dieser Zeit zunehmend unmodern für Männer, Körperhaare zu zeigen. Bärte kamen im 5. Jhd., ausser für ältere Männer, ganz aus der Mode. Die Damenfrisuren wurden im Laufe der Jahrhunderte immer aufwändiger und luxuriöser.
Über die Kleidung der Römer in der Frühzeit ist nicht viel bekannt. Von den Etruskern übernahmen die Römer die Toga. Diese wurde zum wichtigsten Gewand der römischen Bürger. Sklaven, Nichtrömer und Frauen trugen keine Toga. Die Toga wurde über der Tunika getragen. Diese war ein üppiges und repräsentatives Kleidungsstück, das nur geringen praktischen Nutzen hatte, dafür aber um so mehr als soziales Abgrenzungszeichen diente. Knaben trugen eine Toga mit einem purpurfarbenen Rand, die sie später gegen die weisse Mänenrtoga austauschten. Vollkommen farbige Tuniken durften nur von siegreichen Feldherren oder Herrschern getragen werden.
Für die Frauen nahm die Stola die Stelle der Toga ein, ein knöchellanges, hemdartiges Übergewand, das über der Tunika getragen wurde. Die Tunika war das Grundkleidungsstück von Frauen und Männern. Es handelte sich dabei um ein Hemdgewand aus Wolle, später aus Leinen, das unmittelbar auf der Haut getragen wurde. Die Tunika war bodenlang für die Frauen, knielang für die Männer.
Mit der Ausdehnung Roms nach Osten nahmen die orientalischen Einflüsse auf seine Kultur zu. Ostrom (byzantinisches Reich) entwickelte einen eigenen Kleidungsstil. Anders als die antike Kleidung sollte die byzantinische den Körper verbergen. Man trug eine Dalmatika, eine Art Tunika mit langen Ärmeln. Frauen trugen über der Tunika eine Stola mit Hängeärmeln. Männer trugen zudem eine Tablion, ein viereckiges Stück Stoff, reich verziert. Es diente dazu, die Hände zu bedecken, wenn man dem Herrscher etwas überreichte. Alles war sehr farbig und reich verziert. Als Stoffe bevorzugte man feine Leinen, Baumwolle und Seide.



